BLOG EINTRAG #29 – USA (Part2)

Nach einem erlebnisreichen Wochenende in einer (Punk)-Kommune in Portland begaben wir uns Richtung Pazifik. Beim Verlassen der Stadt fuhren wir noch an der Trainingshalle der Portland Trailblazers vorbei, um meinem Bro Damian und dem restlichen Team mal "Hallo" zu sagen. Dass die Halle nicht öffentlich zugänglich ist, war uns klar, doch alle Verhandlungstechniken, die ich im letzten Jahr erlernt hatte, zogen bei dem Pförtner nicht. Erinnerungen an meinen Putschversuch beim Palast des Sultans im Oman wurden wach und wir mussten weiterfahren.
Nachdem wir den Pazifik erreicht hatten waren wir jedoch wieder bester Laune.  Zwar ist die Oregon Coast sehr hügelig, doch wir hatten dauerhaft Rückenwind und viel wichtiger als dies, ist die Tatsache, dass es in sehr regelmäßigen Abständen Brauerein gibt, die Craft Bier herstellen. Zumindest dachten wir, dass das von Vorteil sei. Vorerst. Wir kauften uns für 3$ einen Growler (Glaskrug 1,89 Liter) und wollten ihn bei jeder Brauerei auffüllen lassen - bis Los Angeles. Nachdem wir nach einigen Breweries rausgefunden hatten, dass der Preis für eine Füllung zwischen 10 und 20 Dollar liegt und damit auf Dauer zu exorbitanten Ausgaben führen wird, tauschten wir den Growler bei der Six River Brewery gegen zwei Freibier ein. Um das Geld wieder reinzuholen kauften wir uns für 1$ einen McDonalds Becher (der Growler des Low-Budget-Travelers) und füllen ihn Stets bei jeder Filiale dieser Fastfoodkette auf. Das ist zwar illegal, aber da wir O.G.s sind können wir das eben. Damit sparen wir 2$ pro McDonalds, d.h. wenn wir so weiter machen, kommen wir am Ende mit einem Plus raus. Ich muss es nochmal nachrechen, aber wie ich mich kenne, wirds schon stimmen.
Ehe wir uns versehen hatten, waren wir auch schon an einem Schild angekommen, auf dem "California" stand. Wir gingen davon aus, dass es sich um Kalifornien handelte und begannen zu singen und zu tanzen, denn hier gibt es einiges zu erleben.
Den Anfang machten die Redwoods, auf deutsch "Mammutbäume", eine Pflanze, von der man schon in jungen Jahren hört und man es nicht fassen kann, dass so etwas tatsächlich existieren soll. Der Biologielehrer hatte nicht gelogen, sie sind erstaunlich hoch, teilweise über 100m. In einigen Teilen der Wälder, bekamen wir das Gefühl, dass wir auf dem Waldmond Endor angekommen sind und uns gleich eine Horde von Ewoks begrüßt. Vorerst sahen wir keine, doch wir fühlten uns motiviert eine kleine Hommage an Star Wars filmisch zu erstellen. Bei den Dreharbeiten, die etwas weiter im Inneren des Waldes stattfanden hörten wir plötzlich außergewöhnliche Geräusche, die wie die Schreie eines größeren Säugetieres klangen. Dann schnellte immer wieder ein Kopf hinter einem Baumstamm vor und zurück. Als wir uns mit Messern und Stöcken bewaffnet näherten, sahen wir eine männliche Person, mit langen Haaren, Bart und blassem Gesicht, der sich hinter einem Busch versteckte und uns dabei ausdruckslos anguckte. Wir haben keine Ahnung, was er da macht, wer er ist, warum, wie, wann, wohin...aber etwas gruselig war es schon. Für uns war es ein außergewöhnlicher und unvergesslicher Moment, für ihn jedoch auch, als er zuvor sah, wie ich mit pink-orangem Shirt und bunt geringelten Socken bekleidet auf einem 3 Meter hohen vom Sonnenlicht angestrahlten Baumstumpf, eine als Laser-Schwert dienende rosa Schwimmnudel aus dem Holz zog und fiktive Laserschüsse abwehrte, die Robert aus seinen Augen schoss. George Lucas hat bereits angerufen, er findet den Stoff verdammt heiß und wir sollen ihm für ein Casting bitte noch die Kontaktdaten von dem Waldmensch geben. Vielleicht war der Typ auch nur ein Junky, der im Wald lebt, denn hier im Norden Kaliforniens ist die Quote der Methamphetamin-Abhängigen extrem hoch. In manchem Städten und Orten dachten wir, dass wir gerade bei den Dreharbeiten eines Zombie-Films dabei sind. Etwas weiter südlich befindet sich das sogenannte "Emerald-Triangle", einer Region, die sich klimatisch sehr gut zum Anbau von Hanfpflanzen eignet, was hier seit den 60gern auf vielen Grundstücken betrieben wird. Hauptsächlich illegal, wobei sich die Gesetze im Staat Kalifornien langsam zu lockern scheinen.
Wir hatten über eine Connection die Möglichkeit in Oakland (bei San Francisco) ein Wochenende lang in einem Apartment zu wohnen, wenn wir die Katze füttern. Allerdings waren wir zu schnell unterwegs und hatten keinen Plan, was wir nun mit der Zeit anfangen sollten. Wie es der Zufall wollte, trafen wir jemanden (Mister X), der uns abends einen Ride mit seinem Auto durch ein verdammt hügeliges Stück anbot. Es stellte sich heraus, dass er eine Cannabis-Farm besitzt und sehr akut etwas Hilfe gebrauchen könnte. Da wir sehr hilfsbereite Burschen sind, boten wir an, ihn zu unterstützen und einen Tag später waren wir schon mittendrin: ein großes Greenhaus, voll mit wunderschönen Hanfpflanzen. Getrocknete Pflanzen abhängen, "reife" Pflanzen Ernten, in den Trockenraum bringen, neue Pflänzchen einsetzen, schon getrocknete Pflanzen trimmen. Klingt sehr einfach, ist aber harte Arbeit, denn es handelte sich um mehrere Hundert Pflanzen, die achtsam behandelt werden mussten. Teilweise schuffteten wir weit über 10 Stunden pro Tag. Nun stellt sich mir die Frage, ob es als Schwarzarbeit gilt, wenn man eine Tätigkeit ausführt, die nicht legal ausgeführt werden darf. Aber eigentlich ist es auch egal, da wir ja sowieso nicht bezahlt wurden. Glaub ich. Irgendwie lagen da plötzlich paar Benjamins rum. Die haben wir eingesteckt und sind schnell weg. Somit hatten wir unsere Wartezeit erfolgreich überbrückt und super spannende und interessante Einblicke in die Agrikultur erhalten. Auch wenn ich weiß, dass Marihuana nicht die richtige Droge für mich ist, muss ich mich an dieser Stelle ganz klar für die Legalisierung aussprechen, bzw. das Verbot anprangern, denn letztendlich handelt es sich hier um die Blüte einer Pflanze, die man erhitzt. Natürlicher geht es kaum. Wann man damit die Wirkung und komplexere Herstellung von Alkohol vergleicht, ist die Gesetzgebung kopfschüttelerzeugend.
Genug politischer Talk, wir sind in der Bay Area angekommen! Am Abend unserer Ankunft schliefen wir durch die Missachtung einer Schranke auf einem menschenlehren Berg direkt bei der Golden Gate Bridge mit perfektem Blick auf die nebelfreie Brücke und San Francisco. Robert bezeichnet diesen Ort offiziell, als den besten Schlafplatz, an dem er in seinen 30 Jahren übernachten durfte. Nach einem Wochenende Housesitting in Oakland, geht es dann zurück nach San Francisco, wo wir zum Putsch Marc Zuckerbergs ansetzen werden. Wie es danach weiter geht wissen wir auch nicht, Robert und ich wollen zusammen weiter fahren, aber wir haben verschiedene Präferenzen hinsichtlich der Orte, die wir besuchen wollen. Vielleicht werden wir die Entscheidung in einem Bare Knuckle Fight erzwingen. Einsetze sind noch bis Übermorgen einzureichen. Online oder bar im Wettbüro. Die Quoten gibts hier unter "Stats". Bis dann.
Heretic House in Portland
auch vorgetäuschte Anrufe an meinen Anwalt halfen nichts, die Larry O'Brien Trophy von 1977 blieb im Schrank
mit neuen Kicks geht es nun immer den Highway 101 Richtung Süden ..... mit traumhaften Sonnenuntergängen
Welcome to America!
The Green Dragon
Cali Swagg
Trash-Recycle-Grillrost
Die Grüne Riesenanemone
The Redwoods
Agrikultur
1$-Scheine? Lächerlich! It's all about the benjamins
vom Bordstein zur Skyline - die Aussicht von unserem Schlafplatz
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